Rhein sediment 2020-2021

Sedimentmanagement im Rheineinzugsgebiet: Bestandsaufnahme des Wissens, der Forschung und des Monitorings sowie eine Empfehlung zur Forschung auf der Einzugsgebietsebene
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sediment

Der Rhein war im 19. Jahrhundert großen morphologischen Veränderungen unterworfen. Durch intensive Eingriffe des Menschen in die Morphologie (Flussbegradigung, Kanalisierung und Eindeichung) und in den den Sedimenthaushalt (Kraftwerkswehre und Sedimententnahme) haben sich die Strömung und insbesondere der Sedimenttransport des Rheins dramatisch verändert. Die Maßnahmen führten zu einer Erhöhung der Sedimenttransportkapazität bei gleichzeitiger Reduzierung des Sedimenteintrags, so dass der Rhein durch Vertiefung des Bettes ein geringeres Sohlgefälle anstrebt. Dieser Zustand würde die Sedimenttransportkapazität mit dem reduzierten Sedimenteintrag und mit der Strömung im verengten und begradigten Flusslauf in Einklang bringen. Die negativen Folgen dieser Entwicklung sind jedoch schon seit Jahrzehnten zu beobachten. Diese reichen von der Freilegung weniger erodierbarer Sedimentschichten, die ein Hindernis für die Schifffahrt darstellen, über die Unterspülung von Brückenpfeilern, die Absenkung des Grundwasserspiegels bis hin zu einer Vielzahl negativer ökologischer Folgen, die zu einer starken Reduzierung der Artenvielfalt führen.

Um die Effizienz der Ausgaben für Gegenmaßnahmen und die damit verbundenen Überwachungs- und
Forschungsprogramme zu optimieren, ist ein kohärenter Überblick über alle Aktivitäten im Rheineinzugsgebiet und über den Wissensstandes über den Sedimenthaushalt erforderlich. Die Ziele der KHR, der Internationalen Kommission für die Hydrologie des Rheingebietes, die das Projekt in Auftrag gegeben hat, sind die Erstellung einer kohärenten Überblick über die Aktivitäten insbesondere zum Sedimenttransport im Rheingebiet zu erstellen, Wissenslücken zu identifizieren
Wissenslücken zu identifizieren und entsprechende Empfehlungen für ergänzende Monitoring
Monitoringprogramme und für die Eröffnung eines neuen Forschungsprogramms zu geben. Die Ergebnisse der Studie bilden auch einen wissenschaftlichen Baustein für die Aktivitäten in der IKSR zum Thema Sedimentmanagement, wie sie im die im Rhein 2040 Arbeit Programm der IKSR vorgesehen sind.

Endgültige Ergebnisse werden um April 2021 erwartet

Projektleitung
Mario Klösch
University of Natural Resources and Life Sciences, Vienna, Austria; Department of Water, Atmosphere and Environment; Institute of Hydraulic Engineering and River Research
Projektmitglieder
Wilfried ten Brinke, Blueland Consultancy, The Netherlands
Project duration
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