Wichtigste Themen der vergangenen Sitzung

31/01/2012

Wichtigste Themen der 68. Sitzung der KHR

Weggis, Schweiz - 14. und 15. November 2011

Änderungen im Abflussregime des Rheins: Mit dem vorgeschlagenen gemeinsamen Artikel über die Projekte "Änderungen im Abflussregime des Rheins" und "RheinBlick2050" wurde noch nicht begonnen. Die KHR beabsichtigt, die Bearbeitung eines solchen Artikels an das Luxemburgische Forschungsinstitut Gabriel Lippmann zu vergeben.
Die Broschüre über das Projekt wurde gedruckt, kann heruntergeladen und über die KHR-Website bestellt werden (siehe Veröffentlichungen).

RheinBlick2050 (Klimaänderungen): Der Schlussbericht des Projektes wurde gedruckt und an die KHR-Mitglieder geschickt. 
Die Projektseite auf der KHR-Website wurde aktualisiert und es wurden Informationen über das Projekt der englischen und deutschen Wikipedia hinzugefügt. Zwei ‚peer reviewed' Veröffentlichungen, eine für die Zeitschrift "Hydrologie und Wasserbewirtschaftung" und eine für "Nature Climate Change", sind in Vorbereitung.
Die Frage, wie man mit den im Projekt gesammelten und bearbeiteten Daten umgeht, ist noch nicht beantwortet. Die Eigentümer dürfen nicht alle ihre Daten frei zur Verfügung stellen. Der Projektleiter wird prüfen, ob die Daten als abgeleitetes Produkt verfügbar gemacht werden können. Wichtig wäre jedoch, dass die KHR als Quelle der Daten erwähnt wird.

HYMOG (Wasserbilanz): Die erste Phase des Projekts wurde mit einem Schlussbericht abgeschlossen. Dass Ergebnis des Projektes ist eine bereinigte, konsistente, redundanzfreie sehr umfassende Datenbasis mit einer Länge von 20 Jahren sowie Vorschläge für Anpassungen verschiedener Abflusstafel. In den Datenreihen wurden wenige Fehler entdeckt.
Der HYMOG-Schlussbericht erscheint in der blauen KHR-Reihe. Die Anlagen werden dem Bericht auf CD oder DVD hinzugefügt.
Die HYMOG-Daten werden von der KHR auf Anfrage zur Verfügung gestellt.

Auf der vorigen KHR-Sitzung wurde bereits beschlossen, dass es keine zweite Phase des HYMOG-Projektes in der klassischen Form eines Projektes geben wird. Es wurde jedoch eine Alternative in Form eines hydrologischen Forums vorgeschlagen. In einem solchen Forum sollen sich Modellierer von staatlichen Ämtern, Universitäten und privaten Betrieben aus dem Rheingebiet regelmäßig zu einer fachlichen Diskussion und ggf. für den Anstoß von gemeinsamen Projekten treffen. Themen die zur Sprache kommen könnten sind: Unsicherheit, Schneeschmelze, Grundwasseraustausch, usw.
Ein solches Forum würde helfen, die KHR als Kompetenzzentrum zu etablieren und wäre eine Anbindung an die WMO-Strategie ‚Seamless Prediction'.
Die Niederlande sehen viele Vorteile eines solchen Forums und würden die Federführung bei der Organisation übernehmen. Deltares wird in Zusammenarbeit mit der BfG und dem Waterdienst einen Vorschlag erstellen.

Beitrag von Schnee- und Gletscherschmelze zu den Rheinabflüssen: Hauptziel des Projektes ist die Identifizierung und Quantifizierung der schneeschmelz- und gletscherbürtigen Anteile am Gesamtabfluss des Rheins und seinen Nebenflüssen bei verschiedenen Abfluss- und Witterungssituationen. Als Folgeziel gilt die Einschätzung der Entwicklung der durch Gletscher- und Schneeschmelze bedingten Abflussanteile angesichts längerfristiger klimatischer Veränderungen. Es gibt zwar ähnliche Projekte, wie CCHYDRO und NFP61, aber es wurde festgestellt, dass diese die o.g. Fragen nicht beantworten.

Der vorläufige Projektplan setzt sich aus den folgenden Schritten zusammen:

  • Identifizierung der schmelzwasserbürtigen Abflusskomponenten in Teileinzugsgebieten des Rheingebietes;
  • Identifizierung und Quantifizierung der Routing-beeinflussenden Prozesse und der Kennwerte der relevanten Systemkomponenten (Talsperrensteuerung, Seenregulierung, Überleitungen, Grundwasser...);
  • Quantifizierung der schmelzwasserbürtigen Abflussanteile für die Pegel der definierten Teileinzugsgebiete sowie für die Rheinpegel Basel, Kaub und Köln in Vergangenheit und Gegenwart (=vorläufiges Ziel 2013); 
  • Quantifizierung der schmelzwasserbürtigen Abflussanteile für verschiedene Pegel in der Zukunft (=Endziel).

Die Finanzierung des Projektes wurde sichergestellt. Dazu sind Vereinbarungen zwischen BAFU und der KHR und zwischen der BfG und der KHR abgeschlossen. Eine Vereinbarung mit Österreich steht noch aus. Die Niederlande haben ebenfalls ihren finanziellen Beitrag zugesagt.

Ähnlich wie beim Abflussänderungen-Projekt soll die Arbeit von einer Steuerungsgruppe begleitet werden. Es sind die Möglichkeiten für die Vergabe des Projektes diskutiert worden, wobei eine Vorklärung des Marktes beschlossen wird. Das bedeutet, dass ausgewählte Institutionen eingeladen werden, eine Interessensbekundung für die Durchführung des Projektes abzugeben. Diese Vorklärung wird von Herrn Belz mit Unterstützung der vorläufigen Steuerungsgruppe in den Monaten Dezember 2011 und Januar 2012 durchgeführt. Die Ausschreibung könnte dann Ende Januar und die Vergabe April/Mai erfolgen. Der Auftragnehmer sollte zu der nächsten KHR-Sitzung eingeladen werden mit der Bitte, dort seine Pläne für die Durchführung des Projektes vorzustellen.
Die KHR-Mitglieder bevorzugen die Bildung eines Konsortiums.

Rheinalarmmodell:  Es hat eine Anfrage vom schweizerischen EAWAG gegeben, das Rheinalarmmodell für eine Abschätzung der Ausbreitung von Kühlwasser aus einem Kernkraftwerk zu benutzen. Es stellte sich heraus, dass die Aussagen im Nahbereich der Einleitung nicht besonders zuverlässig waren. Das hat auch damit zu tun, dass die Schematisierung des Modells dort nicht mehr genau der Realität entspricht.

Sediment: Beim ISI-Sekretariat sind Fact Sheets der abgeschlossenen Case Studies erstellt worden. Darüber hinaus gibt es ein Synthesebericht aller Case Studies und ein neues ISI-Faltblatt.

Zusammenarbeit mit anderen internationalen Organisationen: Es haben Gespräche mit Vertretern der WMO und mit dem Präsidenten der IKSR stattgefunden, wobei über die Möglichkeiten für Zusammenarbeit zwischen KHR und WMO bzw. KHR und IKSR diskutiert wurden.
In dem Gespräch mit der WMO sind die Schwerpunkte einer möglichen Zusammenarbeit festgestellt. Die KHR-Vertreter sind nicht davon überzeugt, dass die KHR und die WMO die gleichen Prioritäten haben. Es wurde aber auch darauf hingewiesen, dass der zusammen mit der WMO durchgeführte Workshop ‚Model Comparison' gezeigt hat, dass eine Zusammenarbeit in ausgewählten Themen schon möglich und wertvoll sein kann.
In dem Gespräch mit dem Präsidenten der IKSR, Herr Weidenhaupt, hat dieser zugesagt, zu prüfen, ob die KHR den Beobachterstatus in den IKSR-Sitzungen bekommen kann. Er hat sich dazu bis jetzt aber nicht geäußert. Herr Spreafico wird sich erneut mit Herrn Weidenhaupt in Verbindung setzen.
Anschließend hat es eine Besprechung zwischen dem Sekretär der IKSR, Herr van de Wetering, und dem KHR-Sekretär, Herr Sprokkereef, gegeben. es hat sich dabei herausgestellt, dass die Themen auf der KHR-Tagesordnung für das IKSR-Sekretariat nicht wichtig genug sind, um dafür eine 2-tägige Dienstreise zu beantragen. Die KHR-Vertreter haben dafür Verständnis. Herr van de Wetering und Herr Sprokkereef haben vereinbart, sich öfters zu treffen, so dass die laufenden Aktivitäten besprochen werden können.

Künftige Aktivitäten der KHR: Für diesen Tagesordnungspunkt lag ein Vorschlag von Deltares und Waterdienst für eine Niedrigwasser Szenario Studie vor. Der Vorschlag passt zu den niederländischen Aktivitäten der Deltakommission und wurde auch in früheren Diskussionen über künftige Aktivitäten schon mehrmals erwähnt.
Der Vorschlag wurde von der BfG , sowie von den Vertretern Österreichs und der Schweiz unterstützt. Die Schweiz hält es für wichtig, ein eventuelles Niedrigwasserprojekt gut mit dem Schnee- und Gletscher-Projekt abzustimmen.
Die Koordinatoren haben Deltares und Rijkswaterstaat gebeten, den Vorschlag weiter auszuarbeiten und auf der nächsten KHR-Sitzung ein Projektvorschlag vorzulegen.

Länge des Rheins: Nach Diskussionen im Jahre 2010 über die tatsächliche Länge des Rheins, hat die KHR jetzt die "offizielle Länge' des Rheins festgestellt, auf der Grundlage nationaler Vermessungen in der Schweiz, Deutschland und den Niederlanden. Die Ergebnisse werden als Nachricht auf der KHR-Website präsentiert

Die nächste (69.) Sitzung der KHR findet am 14. und 15. Juni 2012 in Frankreich statt.